Karma, Gut-sein-wollen & Schwarze Magie | Schamanisches Weltbild Teil 4

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Karma

Ich habe ja schon erwähnt, dass zum schamanischen Weltbild die Reinkarnation gehört. Wir Menschen haben viele Möglichkeiten, uns zum Ausdruck zu bringen. Wir leben immer, ob ohne oder eben mit einem Körper. Wie sieht es also mit dem Karma aus?

Eine weit verbreitete Vorstellung von Karma ist das Auge-um-Auge-und-Zahn-um-Zahn-Prinzip. So funktioniert Karma nicht. Zumindest habe ich es so nie erlebt.

Interessanterweise denken viele Menschen, dass das Karma dafür sorgt, dass jemand, der ihnen etwas angetan hat, schon vom Karma ereilt werde. Ich habe noch nie erlebt, dass sich jemand die Frage gestellt hat, ob nicht er oder sie gerade vom Karma eingeholt worden ist.

Es gibt Karma, ja. Doch es funktioniert nicht auf eine solch profane Weise. Spirituell bewusste Menschen wissen (hoffentlich), dass sie durch Gefühle und Gedanken bestimmte Schwingungen aussenden. Diese Schwingungen erschaffen unsere Realität und gehen mit anderen Wesen, Orten und Situationen in Resonanz. Solche Wesen, Orte und Situationen werden in unser Leben gezogen.

Karma

Haben wir nun also vor etlichen Inkarnationen einmal etwas getan, wofür wir Schuldgefühle in uns tragen, egal ob uns das bewusst ist oder nicht, strahlt diese Schuldenergie aus und wir ziehen diverse Situationen in unser Leben, die Schuld widerspiegeln. Das kann sich ganz vielfältig zeigen. Das bleibt so, bis wir diese Gefühle losgelassen haben und dazu erhalten wir Gelegenheit.

Ein schönes Beispiel habe ich selbst erlebt. Ich habe vor etlichen Jahrtausenden aus Eifersucht einen Mann getötet. In meiner aktuellen Inkarnation war dieser Mann bzw. diese Seele in einem männlichen Körper mit mir zusammen. Das war eine rein karmische Beziehung.

Eines nachts wurde ich von meinen Geistern mit den Worten geweckt: „Das ist übrigens der Mann, den du damals getötet hast.“ Ich war ziemlich überrascht. Zwar wusste ich bereits, dass ich das damals getan hatte, war aber nicht davon ausgegangen, dass ich auf diesen Mann treffen würde.

Und noch überraschter war ich, als ich spürte, wie mich Schuldgefühle verließen, von denen ich bis dahin nicht wusste, dass ich sie überhaupt hatte. Sie konnten gehen, weil ich deutlich sah, dass der Mann lebte.

Oder wir haben aufgrund einer einschneidenden Erfahrung die Entscheidung getroffen, die unser Leben in den nächsten Inkarnationen bestimmt. Vielleicht haben wir uns z.B. aufgrund von Erfahrungen dazu entschieden, nie mehr Kinder zu bekommen und wundern uns in einer späteren Inkarnation, warum wir keine Kinder bekommen.

Karma sind also vor allem unsere Gefühle und Entscheidungen aufgrund von Erfahrungen.

Das Problem mit dem Gut-sein-wollen

Viele Menschen, die mir auf meinem spirituellen Weg begegnet sind, wollen gut sein. Dieser Wunsch bringt verschiedene Probleme mit sich.

  1. Sie lehnen damit alles ab, was ihrer Meinung nach nicht gut ist.
  2. Die Definition von Gut und Böse, richtig und falsch ist sehr variabel, abhängig von Ort, Zeit, Gesellschaftsordnung etc.
  3. Der Akt des Wollens impliziert, dass sie jetzt noch nicht gut sind.
  4. Sie erlauben sich kraftvolle Gefühle, wie z.B. Wut nicht und machen so ihre Grenzen nicht deutlich. Sie bleiben in toxischen Situationen.
  5. Sie reden von Licht und Liebe und senden ungebeten und ohne, dass sie vorher gefragt hätten, Licht und Liebe in Situationen und zu anderen Menschen. Das tun sie nicht, weil sie diese Situationen oder Menschen lieben, sondern weil sie sie anders haben wollen. Im Prinzip lehnen sie diese Situation bzw. Menschen ab. Das ist übergriffig und geht in Richtung schwarzer Magie. Und zudem stabilisieren sie damit die Situation, die sie eigentlich ändern wollen.

Liebe liebt einfach AllEs, also alles. Sie liebt das, was wir richtig und das, was wir falsch nennen, das, was wir gut und das, was wir böse nennen. Dafür muss keine Energie irgendwohin geschickt werden, es handelt sich dabei einfach um einen Seins-Zustand.

Licht und Liebe in etwas zu schicken, zeugt von einem Widerstand, auch, wenn der vermutlich unbewusst ist. Widerstand, egal wie unbewusst er ist, ist Aufmerksamkeit. Es fließt dauernd unsere Energie dort hinein. Damit geben wir dem, was wir anders haben wollen, Kraft und machen es stärker. Wir ziehen es in die Realität, weil wir es für real halten.

Nehmen wir an, was sich uns zeigt, achten und ehren es als Teil von AllEs und damit ja auch als Teil von uns selbst, dann können wir es loslassen. Wir schenken ihm einmal Aufmerksamkeit und danach fließt es frei als Möglichkeit, aber nicht als Realität. Wir haben unsere ganze Kraft zur Verfügung, um sie auf das zu lenken, was wir eigentlich wollen.

Das ist die wirklich wichtige Frage: Was für eine Welt wollen wir erschaffen – individuell und gemeinsam? Wie soll sie konkret aussehen?

Schwarze Magie

Was ist das eigentlich genau?

Wenn ich im Internet nach einer Definition für schwarze Magie suche, finde ich immer wieder die Aussage, es handele sich dabei um Magie, die Schaden hervorruft oder bei der man sich mit sogenannten bösen Geistern einlässt. Auch soll es sich um Magie handeln, die egoistischen Zwecken dient. Ich finde diese Definitionen allesamt schwierig.

Schwarze Magie

Diese Art zu denken, kann Angst verursachen, denn wie sollen wir uns sicher sein, nicht Opfer von schwarzer Magie geworden zu sein? Sie kann auch verursachen, dass wir quasi im Außen einen Feind sehen, obwohl es sich ggf. um einen Mangel an Selbstliebe handelt. Und wir wissen nicht, was tatsächlich ein Schaden und was ggf. ein Segen ist.

So wie ich die Dinge wahrnehme, kann einer Seele nichts geschehen, was sie nicht will[1]. Ja, es gibt tatsächlich so etwas wie Flüche oder Magie, die Krankheit bewirken und so weiter. Doch, wie ich schon geschrieben habe, hier auf der Erde haben wir in den letzten Jahrtausenden genau dieses Täter-Opfer-Spiel gespielt.

Meinen eigenen, mehrere Jahrtausende andauernden Zyklus habe ich im vollkommenen Opferpol begonnen und auf der anderen Skala dieser Dualität, also im Täterpol beendet. Ich wollte das so. Ich habe diesem Zyklus zugestimmt und habe Absprachen mit anderen Seelen getroffen, die mir bei meiner Erfahrung geholfen haben.

Ist der Fluch, der mich damals in Ägypten getroffen hat also ein Schaden oder ein Segen? Es kommt wie immer auf den Blickwinkel und die Erfahrungswünsche der Seele an.

Will ich als Seele Trennung, Krankheit, Tod etc. erfahren, ist schwarze Magie ganz hervorragend geeignet. Ich würde sie eher dunkle Magie nennen, denn sie sorgt dafür, dass unser eigentliches Wesen, nämlich die Einheit allen Seins verhüllt und nicht wahrnehmbar ist. Das ist das Wesen der Dunkelheit: sie verhüllt.

Will ich mich als Seele wieder in das Bewusstsein der Einheit allen Seins begeben, dann ist Magie, die für Verhüllung sorgt, nicht geeignet. Meine Seele ist in diesem Fall auf Erinnerung ausgerichtet und bringt mir die entsprechenden Gelegenheiten.

Prinzipiell habe ich kein Problem mit schwarzer Magie. Es kommt eben darauf an, was ein Mensch erfahren möchte. Ich persönlich trage den Wunsch nach Frieden in mir. Frieden habe ich in der Erfahrung der Einheit allen Seins gefunden. Daher wähle ich dunkle Magie nicht.

Unter schwarzer Magie verstehe ich auch jede Handlung auf seelisch-energetischer Ebene für Menschen, die das nicht wissen und dem nicht zugestimmt haben. Nach meinem Verständnis fällt das unter die Kategorie Magie für egoistische Zwecke, egal wie angeblich gut der Zweck auch sein mag.

Ist ein Mensch z.B. krank und bin ich davon überzeugt, dass ihm eine schamanische Sitzung helfen würde, dann kann ich ohne seine Einwilligung gar nichts tun. Er wählt seinen Weg und diesen Weg achte ich. Würde ich ohne seine Einwilligung schamanisch arbeiten, dann würde ich das tun, weil ich vielleicht Bestätigung als Schamanin brauche oder weil ich ihn nicht verlieren will oder weil ich ein Helfersyndrom habe oder oder oder … Mit Liebe hat das vordergründig jedenfalls nichts zu tun.

Die einzige Ausnahme, die ich hier machen würde, wäre ein Mensch im Koma. Dann würde ich zunächst meine und die Geister des Menschen im Koma fragen, ob ich für ihn arbeiten darf.

Mit dunklen Wesen und Geistern, die andere Menschen vielleicht böse nennen würden, arbeite ich jedoch durchaus. Bei meiner Arbeit als Schamanin komme ich ohnehin mit ihnen in Kontakt. Dabei stellen sie sich jedoch immer als im Prinzip freundlich heraus. Sie sind einfach Teile des AllEs, die sich zur Aufgabe gemacht haben, uns Menschen bei unseren Schöpfungs- und Erfahrungswünschen der letzten Jahrtausende behilflich zu sein.

Mit Erzengel Luzifer verbindet mich eine sehr besondere Beziehung. Ich habe ihn von zwei Seiten kennen gelernt. Bei der ersten Begegnung hat er sich für mich noch als angsteinflößend, bedrohlich und emotionslos böse angefühlt. Es war ziemlich gruselig.

Ein paar Monate später kam er als das göttliche Wesen zu mir, das er ist und hat sich und seine Arbeit vorgestellt. Auch er hat uns Menschen auf unserem Weg ins und durch das Vergessen geholfen.

Es kommt vor, dass ich ihn um Unterstützung bei schamanischen Reisen bitte, wenn es z.B. darum geht, in die persönliche Hölle eines Menschen zu reisen, um von dort Seelenanteile zurück zu bringen. In der Hölle kennt er sich schließlich gut aus.

Damit bin ich erst einmal am Ende meiner Reise ins schamanische Weltbild angekommen. Ich hoffe, du hast daraus viel für dich mitnehmen können.

Bis demnächst,
herzlichst Tanja Richter


[1] Dazu hat Neal Donald Walsch ein sehr schönes Kinderbuch geschrieben: “Ich bin das Licht. Die kleine Seele spricht mit Gott”.

 

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